Präanalytik – Labor GeLaMed

Gewinnung, Handhabung, Lagerung und Transport von Probenmaterial

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Die richtige Handhabung der diversen Arbeitsschritte der Präanalytik ist die grundlegende Voraussetzung für eine schnelle und präzise Labordiagnostik. So wirken sich viele verschiedene Faktoren vor, während und nach der Entnahme des Probenmaterials auf die Untersuchungsergebnisse aus und können somit über die Aussagekräftigkeit der Diagnostik entscheiden.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die präanalytischen Faktoren, die Einfluss auf das Untersuchungsmaterial nehmen, bevor die Probe analysiert wird. Mithilfe einer qualifizierten Präanalytik können viele Messfehler vermieden und qualitativ hochwertige Ergebnisse gesichert werden. Informieren Sie sich jetzt, welche Faktoren der Präanalytik die im Labor gemessenen Resultate beeinflussen und wie Sie eine korrekte Handhabung der relevanten Variablen gewährleisten!

Präanalytik in Ihrem Labor – für eine präzise Labordiagnostik

Da der umfangreiche Prozess zwischen Probenentnahme und Laborbefund durch viele mögliche Variablen beeinflusst oder gestört werden kann, sollten präanalytischen Faktoren sorgfältig beachtet werden. Nur so kann ein korrekter Laborbefund zustande kommen. Eine aussagekräftige Analytik und Postanalytik sind in der Labordiagnostik maßgeblich abhängig von einer qualifizierten Präanalytik.

In der Regel kommt es zu Überschneidungen von der Präanalytik mit der Postanalytik. Die Aussagekräftigkeit der Messergebnisse und deren Interpretation sind somit auf eine bestmöglich durchgeführte Präanalytik angewiesen. Wenn zum Beispiel in der Präanalytik falsches Probenmaterial ausgewählt wurde, eine falsche Lagerung des Probenmaterials nach der Entnahme vorgenommen wurde oder die Probennahme fehlerhaft verlaufen ist, ist dies für die anschließenden Laboruntersuchungen des Materials maßgeblich entscheidend.

Präanalytische Arbeitsschritte in Ihrer Praxis oder Klinik

Bevor das Untersuchungsmaterial in Ihrer Praxis oder Klinik von unseren Kurierfahrern abgeholt wird, liegt die Präanalytik in Ihrer Hand. Um sicherzustellen, dass potenzielle Einflussfaktoren und Störfaktoren einer korrekten Probengewinnung nicht im Wege stehen, haben wir im Folgenden einige zentrale Hinweise zusammengefasst, die Sie vor dem Einsenden mit unserem Kurierdienst beachten sollten.

  • Richtige Materialauswahl entsprechend der Untersuchung
  • Richtige Vorbereitung des Patienten sowie korrekte Probenentnahme
  • Korrekte Lagerung der Probengefäße bis zur Abholung oder dem Versand
Präanalytik-Broschüre
Infografik zeigt, wie Probenröhrchen für die Präanalytik richtig angebracht werden

Was bei der Probenahmen von etwa Urin- oder Blutproben sowie deren Handhabung und Aspekten wie dem Entnahmezeitpunkt oder der Lagerungszeit  zu beachten ist, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Übersicht: Tipps für die Präanalytik gängiger Untersuchungsmaterialien

Da sich im Praxisalltag nicht immer alle Einflussgrößen vollständig kontrollieren lassen, sollten Störfaktoren sichtbar vermerkt werden, um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht hilfreicher Tipps zur Präanalytik der Probengewinnung, um präanalytische Fehler möglichst zu  vermeiden. Wenn Sie Ihre Untersuchungen direkt über unseren Onlineauftrag an uns senden, wird Ihnen die entsprechende Präanalytik direkt angezeigt. Kontaktieren Sie direkt unseren Außendienst.

Die Blutentnahme soll, insbesondere zur Verlaufsbeurteilung, immer zur gleichen Tageszeit erfolgen, im Idealfall zwischen 07.00 Uhr und 08.00 Uhr morgens. Die letzte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sollte am Vorabend zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr sein. Die Entnahme muss im medikamentenfreien Intervall durchgeführt werden, also vor der Morgenmedikation. Der Patient soll dabei liegen, die Entnahmestelle immer im gleichen Gefäßgebiet sein; in der Regel ist es die periphere Armvene.

Unbehandeltes Venenblut des Patienten. Hierzu wird das Blut in einer Blut/Serum-Monovette mit Granulat oder Gel entnommen und anschließend 20 – 30 Min. bei Zimmertemperatur stehend (im Laborständer – auf Anfrage erhältlich), nicht liegend bis zur vollständigen Gerinnung gelagert. Der Versand in das Labor sollte innerhalb von 3 – 4 Std. erfolgen. Andernfalls muss aus dem Probenmaterial Serum gewonnen werden, falls keine Blutgruppenbestimmungen durchgeführt werden sollen.

Serum erhält man, wenn die korpuskulären Teile des Vollblutes (Zellen, Fibrin) nach der Gerinnung durch Zentrifugation von den in der Blutflüssigkeit gelösten Bestandteilen abgetrennt werden. Aus diesem Serum können die meisten klinisch-chemischen und serologischen Untersuchungen problemlos durchgeführt werden.

Blut wie unter Vollblut beschrieben entnehmen und nach 30 – 60 Min. bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugieren; den Überstand (Serum) in ein steriles Röhrchen für Blut/Serum überführen und versenden bzw. bei 4 – 8 °C lagern.

EDTA-Blut wird eingesetzt für Untersuchungen der Blutzellen selbst (Blutbild, jegliche Hämoglobinbestimmung) oder für Bestimmung der Stoffe, die an oder in den Zellen anzutreffen sind (Blei, Vitamin B1, B2, B6, Erythrozytenenzyme, Medikamente wie Cyclosporin oder Tacrolimus, PCR-Diagnostik oder Genotypisierung).

EDTA-Blut nicht einfrieren (Hämolyse!). Blut in EDTA-Monovette abnehmen und bei 4 – 8 °C lagern.

EDTA-Plasma (meist gefroren) wird eingesetzt, wenn proteolytisch auf den Analyten einwirkende Enzyme gehemmt werden sollen (ACTH, ADH), bzw. weitere Stoffwechsel unterbunden werden sollen (Ammoniak, Katecholamine).

Blut in EDTA-Monovette abnehmen, anschließend bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugieren; Überstand (Plasma) in ein steriles Röhrchen überführen und versenden bzw. bei –18°C einfrieren und gefroren in Spezialbehältern versenden.

Blut in Citrat-Monovette entnehmen und sofort versenden, da Gerinnungsfaktoren in der Regel eine Halbwertzeit von 4 Std. haben. Für eine längere Lagerung muss das Citrat-Blut bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugiert werden und der Überstand (Plasma) in ein steriles Röhrchen überführt und bei –18°C tiefgefroren werden.
Für spezielle Parameter (Erythrozyten-Protoporphyrin, Histamin) wird Heparin-Blut benötigt. Blut in Heparin-Monovette abnehmen und versenden. Zur Gewinnung von Heparin-Plasma muss das Blut anschließend bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugiert und der Überstand in ein steriles Röhrchen überführt werden.

Fluorid-Blut (Na-Fluorid-Blut) wird zu Blutzucker-, Laktat- und Pyruvatbestimmung eingesetzt, da Fluorid sowohl die Gerinnung, als auch die Glykolyse hemmt. Blut in Na-Fluorid-Monovette abnehmen, sorgfältig mischen und versenden.

Urin (Klinische Chemie)

Ist der Referenzbereich bei Untersuchungen aus Urin auf einen Liter bezogen, reicht im Allgemeinen eine Spontan-Urinprobe (z.B. zweiter Morgenurin). Etwaige Diureseeffekte können durch simultane Bestimmung des Kreatinins korrigiert werden.

Ist das Ergebnis auf die Tagesausscheidungen bezogen, muss hierfür ein 24-Stunden-Sammelurin verwendet werden. Dazu dem Patienten ein sauberes Gefäß aushändigen (auf Anfrage sind Urin-Behälter zur Sammlung erhältlich). Die Sammelperiode beginnt nach dem ersten Morgenurin und endet mit dem Morgenurin des folgenden Tages. Den ersten Urin nach dem Aufstehen zum Beginn der Sammelperiode in die Toilette entleeren. Für die Untersuchung reicht eine Teilmenge des durchmischten Sammelurins. Das Urinvolumen an der auf der Sammelflasche befindlichen Skala ablesen, dokumentieren und dem Labor unbedingt auch auf dem Einsendeschein mitteilen.

Bei fehlender Sammelmenge können viele Untersuchungsergebnisse nicht valide bewertet werden. Urin gründlich durchmischen. Die für den angeforderten Test benötigte Urinmenge in die entsprechende Urinmonovette überführen. Für bestimmte Untersuchungen (z.B. Katecholamine) ist es notwendig, dem Urin vor der Sammlung Stabilisatoren vorzulegen. Nach jeder Urinzugabe in das Sammelgefäß muss dieses sorgfältig mit dem Stabilisator vermischt werden. Spezielle Sammelgefäße mit Stabilisatoren sind auf Anfrage erhältlich.

Anleitung für die Patienten:

  • Trinken Sie etwas weniger als üblich und keinen Alkohol
  • Blase morgens nach dem Aufstehen entleeren. Diesen Urin aber noch nicht auffangen. Zeit notieren
  • Von da an allen Urin sammeln, auch beim Stuhlgang. Probe kühl halten und nicht in helles Licht stellen
  • Letzte Sammlung am nächsten Morgen zur am Vortag notierten Zeit. (Blase leeren, auch ohne dringendes Bedürfnis)

Urin (Mikrobiologische Diagnostik)

Voraussetzung für die Bewertung eines Harnwegsinfektes sind das geeignete Material, eine korrekte Gewinnung und die korrekte Lagerung des Urins.

Geeignetes Material:
Nativurin (1. Wahl) in einer Urinmonovette.

Alternativ:
Urikult, jedoch mit einer schlechteren diagnostischen Wertigkeit. Daher raten wir davon ab, sofern eine Kühlmöglichkeit zur Probenlagerung zur Verfügung steht.

Nachteile:
Ungeeignetes Medium für empfindliche Keime, Diagnostik dauert länger, Beimpfung des Urikultes ist fehlerträchtig, kein Urinstatus/Hemmstofftest möglich, schlechteres Abschätzen von Keimzahlverhältnissen

Vorteil:
Auftragung des Urins direkt auf dem Urikult, so dass eine Kühlung vor dem Transport nicht notwendig ist. Sollte zwischen der Urinabgabe und der Beimpfung des Urikultes mehr als eine halbe Stunde Zeit vergehen, muss der Nativurin bis zur Beimpfung im Kühlschrank gelagert werden.

Für die Urikultbewertung ist eine fehlerfreie Beimpfung von elementarer Bedeutung. Eine genaue Anleitung kann über unseren Außendienst bei Frau Gruda unter (02 09) 15 86-223 und bei Frau Hövelmann unter (02 09) 15 86-225 angefordert werden.

Ungeeignetes Material:
Abstriche von Urin, Dauerkatheter oder den Einstichstellen von Dauerkathetern, 24 h Sammelurin

Gewinnung
Mittelstrahlurin
Der Patient gewinnt den Mittelstrahlurin selbst und muss zur korrekten Gewinnung zu folgenden Punkten umfassend instruiert werden:

  • Frühestens drei Stunden nach der letzten Miktion kann der Morgenurin bzw. ein Urin gewonnen werden.
  • Zur Vermeidung einer Kontamination der Urinprobe mit Urethral- und/oder Umgebungsflora muss auf eine sorgfältige Reinigung des Introitus urethrae geachtet werden.
  • Die sterile Gewinnung eines Mittelstrahlurins erfolgt durch Verwerfen der ersten und letzten Urinportion. Der Mittelstrahlurin wird in einem sterilen Probengefäß aufgefangen.
  • ACHTUNG! Eine Urinabgabe von wenigen Tropfen ist ungeeignet. Gegebenenfalls muss der Patient vor Abgabe der Probe mit Flüssigkeit versorgt werden.
  • Eine genaue Anleitung zur Uringewinnung kann über unseren Außendienst bei Frau Gruda unter (02 09) 15 86-223 und bei Frau Hövelmann unter (02 09) 15 86-225 angefordert werden.

Dauerkatheterurin
Künstliche harnableitende Wege sind – gerade bei längeren Liegezeiten – durch Bildung von Biofilmen mit Keimen der Urethral- und/oder Umgebungsflora – häufig ein Reservoir von Keimen, die für die Behandlung mit Antibiotika unzugänglich sind. Daher gilt immer:

  • Dauerkatheter möglichst immer VOR Urinentnahme wechseln und erste Urinportionen verwerfen.
  • Die Urinentnahme erfolgt beim handelsüblichen geschlossenen Ableitungssystem an der vorgesehenen Punktionsstelle und NIEMALS aus dem Ablaufbeutel.
  • Zur Vermeidung einer Keimeinschleppung und einer Kontamination der Probe muss die Punktionsstelle durch ein alkoholisches Desinfektionsmittel desinfiziert werden.

Einmalkatheterurin
Ein Einmalkatheter ist nur dann ein steril gewonnenes Material, wenn im Vorfeld eine gründliche Reinigung des Introitus urethrae vorgenommen wurde.

Blasenpunktionsurin
Bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und nicht kooperativen Patienten eignet sich die Uringewinnung durch Punktion. Eine Kontamination ist bei einer sachgerechten Abnahme äußerst selten.

Lagerung/Transport des Urins
ACHTUNG! Der Urin darf bei Raumtemperatur auf keinen Fall länger als eine halbe Stunde stehen – egal ob er nativ verschickt wird oder ob im Verlauf ein Urikult beimpft werden soll. Nach Urinabgabe muss der Urikult innerhalb von 30 Minuten beimpft werden. Sollte eine längere Zeit zwischen der Abgabe und Beimpfung vergehen, muss der Urin bis zur Beimpfung im Kühlschrank gelagert werden.
Nativurin muss zur Vermeidung einer sekundären Keimvermehrung sofort und bis zum Versand im Kühlschrank gelagert werden.
Alternativ muss ein Urikult umgehend korrekt beimpft werden. Anschließend muss er für 24 h bei 37°C bebrütet oder unbebrütet ins Labor transportiert werden.
ACHTUNG! Der Urikult darf auf gar keinen Fall länger als 24 h bebrütet werden, da die Keime auf dem Medium aufgrund eines Nährstoffmangels absterben und nicht mehr angezüchtet werden können.

Ausfüllen des Begleitscheins
Material muss exakt auf dem Schein angegeben werden (z.B. Einmal- oder Dauerkatheter, Mittelstrahlurin, Urin aus Nierenfistelkatheter etc.)! Gibt es diese Auswahlmöglichkeiten nicht, muss die Angabe unter den freien Bemerkungen vermerkt werden.
Klinische Angaben sind ebenfalls wichtig für die Beurteilung eines Urins, z.B. Urin prä-OP.
Neben dem Material muss auch die Anforderung klar gekennzeichnet sein: z.B. Erreger und Resistenzen und/oder Screening auf multiresistente Erreger.

Für die Bestimmung von Glukose aus Kapillarblut 20 µl Blut kapillär (z.B. Fingerbeere, Ohrläppchen) entnehmen. Die Kapillare (Antikoagulanz: Natrium-Heparin) sorgfältig von end-zu-end luftblasenfrei(!) befüllen. Anschließend von außen abwischen, ohne Blut aus der Kapillare herauszuziehen. Kapillare in das 1 ml Hämolysatröhrchen geben und sorgfältig mischen (gut schütteln). Das Barcode-Etikett sollte in Längsrichtung unter einer der „Nasen“ des Röhrchenrandes aufgeklebt werden.

Mit den Kapillaren für den Hepatoquick wird in identischer Weise verfahren. Die luftblasenfrei befüllte end-zu-end-Kapillare in das Citratröhrchen geben und sorgfältig mischen.

Röhrchen, Kapillaren und Chargen für den Hepatoquick und die kapilläre Glukose dürfen untereinander nicht vertauscht werden. Wenn Kapillaren bzw. Hämolysatröhrchen aufgebraucht sind, sollten übriggebliebene Hämolysatröhrchen bzw. Kapillaren verworfen werden.

Entnahme zur Abklärung einer Pseudothrombozytopenie durch EDTA, Heparin oder Citrat. Unter Pseudothrombozytopenie (präanalytischer Artefakt) ist die Ermittlung falsch positiver Thrombozytenzahlen zu verstehen. Aus der ThromboExact-Monovette können nur die Thrombozyten bestimmt werden, übrige Blutbildparameter aus EDTA-Blut.

GlucoEXACT-Monovetten werden zur Glukosebestimmung verwendet. Der Glykolyseeinfluss wird dabei umgangen. Die GlucoEXACT-Monovette enthält ein Gemisch aus Citrat und Fluorid zur sofortigen und lang anhaltenden Glykolysehemmung. Dies entspricht der Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)/ Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Die pH-Wert-abhängigen Glykolyseenzyme (Hexokinase, Phosphofruktokinase) werden durch Ansäuerung mittels Citrat gehemmt. Fluorid als Glykolyseinhibitor hemmt langanhaltend den Glukoseabbau (Enzym: Enolase).

Bei der Blutentnahme muss unbedingt der richtige Füllstand in der Monovette eingehalten werden, da ein Verdünnungsfaktor zur Berechnung der Glukosekonzentration verwendet wird. Bei Unterfüllung ist ein korrektes Mischungsverhältnis nicht gewährleistet. Zusätzlich führt eine Unterfüllung zur Erhöhung der Fluoridkonzentration und somit zu erhöhtem Hämolyserisiko. GlucoExact-Monovette unmittelbar nach der Blutentnahme mindestens 3 x sorgfältig über Kopf schwenken, nicht schütteln. Die Glukose ist bei Raumtemperatur 48 Stunden stabil.

Entnahmezeitpunkt
Bei Auftreten der klinischen Symptome (Sepsis)
Unbedingt VOR Beginn einer antibiotischen Therapie
Bei einer nachgewiesenen Staphylokokkus aureus Bakteriämie, einer Fungämie oder einer Endokarditis sollen nach 48 bis 72 h unter antiinfektiver Therapie Kontrollblutkulturen abgenommen werden. Die Abnahme soll vor der nächsten Dosisgabe erfolgen.
Bei Verdacht auf eine unzureichend wirksame Antibiotikatherapie, Abnahme von Blutkulturen wenn möglich nach einer 24-48 stündiger Therapiepause.

Entnahmeort
Üblicherweise Punktion einer peripheren Vene
Kein Vorteil einer arteriellen gegenüber einer venösen Entnahme
Bei Entnahme aus intravasalen Kathetern höheres Kontaminationsrisiko gegenüber einer peripheren Punktion
Der Abnahmeort der Probe muss genau dokumentiert werden

Hautdesinfektion
Unzureichende Hautdesinfektion ist die häufigste Ursache einer Kontamination von Blutkulturen
Mechanische Desinfektion der Punktionsstelle
Desinfektion der Punktionsstelle mit 60 Sekunden Einwirkzeit
Abwarten der vollständigen Trocknung des Desinfektionsmittels
Beimpfung der Blutkulturflaschen
Nach Entfernung der Schutzkappe Desinfektion der Beimpfungsstelle der Blutkulturflasche mit ausreichender Einwirkzeit bis keine Desinfektionsmittelreste mehr sichtbar sind
Optimale Blutmenge pro Blutkulturflasche: 10 ml (Minimum: 3ml). Die Sensitivität des Keimnachweises aus Blutkulturen steigt mit jedem ml

Anzahl der Blutkulturen
Gute Sensitivität für einen Keimnachweis durch Abnahme von mindestens 2 Blutkultursets (von unterschiedliche Blutentnahmen). Eine Abnahme von mehr als 4 Blutkultursets wird nicht empfohlen.
Wenn möglich Abnahme zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb 24 Stunden. Bei dringlicher Antibiotikatherapie gleichzeitige Abnahme mehrerer Blutkultursets, möglichst durch unterschiedliche Venenpunktionen (z.B. bei Endokarditis)

Verdacht auf eine Katheterinfektion
Einsendung der Katheterspitze (steril abgeschnitten, in einem sterilen Transportgefäß) und gleichzeitige Einsendung von Blutkulturen

Mykoflasche
Bei Intensivpatienten und bei immunsupprimierten Patienten mit dem Verdacht auf eine Doppelinfektion, kann eine zusätzliche Abnahme einer Mykoflasche sinnvoll sein

Schimmelpilze
Schimmelpilze lassen sich durch eine Blutkultur nicht nachweisen. Zur Diagnostik kann das Aspergillus Antigen (Galactomannan) im Serum bestimmt werden (siehe Untersuchungskatalog)

Liquor (Klinische Chemie)

Liquorproben zur Zellzählung und – Differenzierung müssen rasch (innerhalb von 30-60 Minuten) das Labor erreichen. Für Oligoklonale Banden, Reiber-Schema und ASI müssen Vergleichswerte im Serum (Albumin, Immunglobuline) bestimmt werden.
Aus diesem Grunde immer gleichzeitig eine zur selben Zeit entnommene Blutprobe einsenden. Es sollte eine Angabe zur Entnahmestelle gemacht werden (Ventrikel-, Lumbal-Liquor) und Trübungen, Blutbeimengungen usw. sollten vermerkt werden.

Werden Demenzmarker bestimmt, ist für die Liquorprobe die Wahl des Entnahme- und Versandröhrchens zu beachten: Bei der Untersuchung von 1-40- und 1-42-ß-Amyloid, Tau-Protein, Phospho-Tau und 14-3-3-Protein dürfen nur Polypropylen-Röhrchen (PP, trüb) verwendet werden. KEINE(!) Polystyrol-(PS, klar) und Styrol-Acrylnitril-(SAN, klar) Röhrchen oder Glasgefäße
(klar). Diese führen zu falsch niedrigen Werten.

Liquor (Mikrobiologische Diagnostik)

Lumbalpunktion unter aseptischen Bedingungen. Die ersten drei Tropfen sollten verworfen und der Liquor anschließend in einem sterilem Röhrchen, möglichst mit Spitzboden, aufgefangen werden.

Bei V.a. Shuntinfektion aseptische Liquorgewinnung aus dem Shunt

Wenn möglich, unterschiedliche Probenröhrchen für unterschiedliche Untersuchungen:

  • Mikrobiologische Routinediagnostik (incl. Liquorlatex): 1-2 ml, Informationen zum Liquorlatex: ein direkter Antigen-Nachweis aus Liquor ist nur als Bestätigung einer positiven Mikroskopie mit entsprechenden verdächtigen Keimen sinnvoll. Wir empfehlen bei mikroskopisch und/oder kulturell negativem Liquor eine PCR auf Pneumokokken und Meningokokken.
  • Untersuchung auf Mykobakterien: mind. 2 ml (optimal: 5 ml beim Erwachsenen)

Zusätzliche Abnahme von Blutkulturen vor Beginn der antibiotischen Therapie

Der Transport zum Labor sollte so schnell wie möglich innerhalb der Laborpräsenzzeiten erfolgen (ggf. per Taxi). Liquor, der nachmittags oder später eingesendet wird, sollte telefonisch vorangekündigt werden.

  • Innerhalb der Präsenzzeit: (02 09) 15 86-133
  • Außerhalb der Präsenzzeit: (01 77) 46 62 729

Wenn ein direkter Transport zum Labor nicht möglich ist, sollte der Liquor für die mikrobiologische Diagnostik bei Raumtemperatur verwahrt werden.
Eine zusätzliche Beimpfung einer Blutkulturflasche mit Liquor kann besonders bei längerer Verwahrzeit sinnvoll sein.

Sputum
Probengefäß:
steriles, weitlumiges, fest verschließbares Gefäß

Probengewinnung:
durch Abhusten aus den tiefen Atemwegen

Morgensputum ist am besten für die Diagnostik geeignet
Gewinnung von Sputum unter Anleitung von geschultem medizinischem Personal. Anregung der Sputumproduktion durch mehrmaliges tiefes Ein- und Ausatmen, evtl. nach jedem Einatmen die Luft kurz anhalten
Bei mangelnder Sekretproduktion kann eine Inhalation mit steriler physiologischer Kochsalzlösung durchgeführt werden vor der Gewinnung.
Möglichst geringe Kontamination mit Speichel anstreben (Speichel ist für die mikrobiologische Diagnostik unbrauchbar)
Ggf. Mundspülung vor Probengewinnung mit Wasser. Für eine TBC Untersuchung sollte steriles Wasser oder eine sterile physiologische Kochsalzlösung zur Mundspülung verwendet werden.

Durch Abhusten in das Probengefäß Sputum auffangen, sofort fest verschließen.
Mehrmaliges Abhusten möglich, aber möglichst kein Sammelsputum über einen längeren Zeitraum (in Ausnahmefällen über max. 1 Stunde sammeln)
Sollte ein direkter Transport zum mikrobiologischen Labor nicht möglich sein: Verwahrung kurzzeitig bei 4°C. Längere Verwahrungszeiten mindern die Anzuchtqualität.
Das Beimpfen einer Blutkulturflasche mit Sputum ist ungeeignet.

Trachealsekret
Sekretaspiration mittels eines sterilen Katheters mit Auffangen in einem dicht schließenden, sterilen Transportgefäßes.
Die Sekretgewinnung sollte aus möglichst tiefen Abschnitten des Brochialbaums erfolgen und wenn möglich nach einem Wechsel des Trachealtubus.
Eine Kontamination mit Flora aus den Oropharynx sollte vermieden werden.

Broncho-Alveoläre Lavage
Zur Reduktion der Kontamination mit Flora des Mund-Nasen-Rachenraum sollten vor der Bronchoskopie Sekretansammlungen im Mund-Nasen-Rachenraum und inder Trachea separat abgesaugt und verworfen werden.
Zur broncho-alveolären Lavage wird das Bronchoskop in periphere Abschnitte des Bronchialbaumes eingeführt. Bis zu 160 ml isotoner Kochsalzlösung werden fraktioniert appliziert und aspiriert. Es sollten mindestens 50 ml Flüssigkeit wiedergewonnen werden, wobei das erste Aspirat verworfen wird.
Zur Erhöhung der Sensitivität und Spezifität sollten die Proben insbesondere aus der Nähe der vermuteten Infektherde gewonnen werden. Die Lokalisation der Probenabnahme muss auf dem Anforderungsschein vermerkt werden.
Die Verwendung von anästhesierenden Gelen kann antimikrobiell wirken und das Ergebnis beeinflussen.

Abszess-Punktat
Entnahmezeitpunkt
VOR Beginn einer antibiotischen Therapie oder unter laufender Therapie bei Nicht-Ansprechen
VOR einer geplanten Spaltung des Abszesses

Punktion unter aseptischen Bedingungen
Möglichst randständige Punktion (Keime in der Eiterflüssigkeit sind häufig schon phagozytiert)
Steriler Verschluss der Punktionsspritze oder steriles Behältnis ohne Transportmedium
Bei großer Entnahmemenge ZUSÄTZLICHE Beimpfung von Blutkultur-Flaschen möglich
Spondylodiszitis: CT gesteuerte Punktion möglichst vor dem Beginn einer Antibiotikatherapie. Die klinische Angabe „Spondylodiszitis“ mit genauer Lokalisation muss auf dem Anforderungsschein vermerkt werden.

Auge / Glaskörperpunktat
Bei Verdacht auf eine infektiöse Endophthalmitis sollte, wenn möglich vor der Antibiotikagabe, eine Probengewinnung aus dem Glaskörper anvisiert werden
Intraoperativ kann Glaskörpermaterial durch das Vitrektomiegerät gewonnen werden. Das Probenmaterial kann in einer steril und dicht verschlossenen Spritze oder in einem sterilen Röhrchen zum mikrobiologischen Labor transportiert werden.
Besteht der Verdacht auf eine chronische Endophthalmitis nach Kunstlinsen-Implantation sollte der Erregernachweis erst nach der vorderen Vitrektomie und Exzision der hinteren Linsenkapsel inkl. einer histopathologischen Aufarbeitung erfolgen
Bei traumatischer Endophthalmitis mit offener Wunde, bitte zusätzliche Probengewinnung aus dem Wundbereich
Bei klinisch V.a. endogene Endophthalmitis stets zusätzlich 2-4 Blutkulturpaare, sowie sonstige Materialien (z.B. Sekrete) als Fokussuche zur mikrobiologischen Diagnostik einsenden

Gelenkpunktat intraartikulär
Intraartikuläre Punktete müssen als „intraartikuläre“ Punktate auf dem Einsendeschein bezeichnet werden.
Möglichst VOR Beginn einer antibiotischen Therapie bzw. nach möglichst langer Antibiotika-Pause (wenn möglich mindestens 2 Wochen)
Sterile Punktion
Je nach Lokalisation ggfs. Ultraschall- oder CT-gesteuert
Wichtig: Es muss vermieden werden, durch eine Hautläsion (Infektion, Psoriasis) zu punktieren!

Setzen der Lokalanästhesie nur bis subkutan (Lokalanästhetikum im Gelenk verfälscht die Zellzahl und führt zu einer falsch negativen Bakteriologie, da es bakteriostatisch wirkt). Eine initiale Stichinzision vermeidet einen Stanzzylinder mit der Punktionskanüle, der ins Gelenk geschoben werden könnte
Abfüllung des Materials (wenn möglich mindestens 2-3 ml) in ein steriles Röhrchen, alternativ Einsendung der Punktionsspritze mit dichtem Stöpsel. Grundsätzlich sollen keine Abstrichtupfer eingesetzt werden (geringe Sensitivität, zu geringe Probenmenge)
Bei geplanter weiterer Diagnostik, z.B. in der klinischen Chemie, sollten mehrere Aliquots abgenommen werden.

Hirnabszess Punktat
Punktion unter aseptischen Bedingungen
Luftdicht verschlossene Spritze oder anderes steriles Behältnis. Ein anaerobes Milieu sollte während des Transports aufrechterhalten werden und ein zügiger Transport in die Mikrobiologie sichergestellt werden.
Zusätzlich Abnahme von Blutkulturen VOR Beginn der antibiotischen Therapie (siehe ebd.)

Keine Formalinfixierung!
Einsendung in einem sterilen Transportbehältnis mit ein paar Tropfen NaCl (gegen Austrockung). Ein Port-a-Cul Röhrchen eignet sich ebenfalls als Transportgefäß.
Genaue Beschreibung der Probenlokalisation auf dem Anforderungsschein.
Alle intraartikulären Gewebe müssen mit der Beschreibung „intraartikulär“ versehen werden. Nur so kann eine passende mikrobiologische Aufarbeitung erfolgen. Bei Verdacht auf eine Gelenk-Protheseninfektion müssen mindestens 5 intraartikuläre Gewebe einzeln entnommen und einzeln in einem sterilen Transportbehältnis (mit ein paar Tropfen steriler NaCl) versendet werden.

Rachenabstrich
ACHTUNG: entzündliche Epiglottitis: keine Manipulationen im Rachenraum! Probenentnahme erst nach Sicherung der Atemwege!). Mundspülung mehrfach mit Wasser.
Zunge durch einen Spatel runterdrücken oder mit einer Kompresse greifen und nach vorne ziehen.
Tupfer mit etwas Druck von oben nach unten über die Tonsillen, bzw. horizontal über Rachenwand streichen, ohne Lippen, Mundschleimhaut oder die Uvula zu berühren.
Bei Verdacht auf Diphtherie die Pseudomembranen leicht anheben und das Sekret von der Unterseite der Membran und vom Grund der Läsion mit einem Tupfer abstreichen. Auch abgezupfte Pseudomembran kann eingeschickt werden. Eine mögliche Atemwegsverlegung sollte bedacht werden. Nasopharyngeal-, und Rachenabstriche sind ebenfalls geeignet. Parallel dazu sollten Blutkulturen abgenommen werden.

Nasopharyngealabstrich
Tupfer vorsichtig in den unteren Nasengang, unterhalb der unteren Nasenmuschel, bis zum Nasopharynx einführen (Cave: Verletzungen und Nasenbluten).

Nasenabstrich
Ein mit steriler physiol. NaCl-Lösung befeuchteter Tupfer wird etwa 2 cm in die Nasenlöcher eingeführt, an der Mukosa gedreht und ins Transportmedium überführt.

Nasennebenhöhlenabstrich
Punktion des infizierten Sinus durch einen HNO-Arzt, nach transnasaler Desinfektion der Nasenschleimhaut. Eine Kontamination mit nasopharyngealer Flora muss vermieden werden.
Aspiration des betroffenen Sinus mit einer sterilen Spritze. Einsenden des Sekretes in einem sterilen Transportbehältnis (alternativ: sterile, verschlossene Punktionsspritze).

Gehörgangsabstrich
Ohrmuschel desinfizieren, ggfs. Krusten entfernen. Den Gehörgang vorsichtig rotierend mit einem Tupfer abstreichen. Tiefere Prozesse im Gehörgang sollten unter Sicht (mit Spekulum und Ohrtrichter) abgestrichen werden.

Harnröhrenabstrich
Gewinnung von purulentem Sekret durch vorsichtiges Abstreichen des Harnröhreneingangs. Dabei sollte ein Mindestabstand von 2h zur letzten Miktion berücksichtigt werden.
Der Harnröhren-Abstrich ist ungeeignet zum Nachweis eines Harnwegsinfektes.
Bei Verdacht auf Gonorrhoe umgehender Transport bei Raumtemperatur (bitte vorher telefonische Ankündigung in der Mikrobiologie unter (02 09) 15 86-133).
Zur Diagnostik einer Gonokokken- und/oder einer Chlamydia trachomatis-Infektion kann ein separater Abstrich zur PCR Untersuchung eingesandt werden (Abstrichtupfer ohne Medium).
Abstrich Auge / Bindehautabstrich / Konjunktivalabstrich
Probenentnahme wenn möglich VOR Beginn einer antibiotischen Therapie, insbesondere bei intraoperativ entnommenen Proben.
Vermeidung von Lokalanästhetika (bakterizide Wirkung der enthaltenen Konservierungsmittel), falls unbedingt notwendig 0,5% Proparacain
Für kulturelle Untersuchungen Abstrichröhrchen MIT Transportmedium verwenden
Für PCR – Untersuchungen bitte einen zusätzlichen Abstrich angefeuchtet (0,9% NaCl) OHNE Transportmedium entnehmen. (Das Transportmedium ist ein Störfaktor bei der PCR Untersuchung)
In Ausnahmefällen kann eine Lagerung der Probe Übernacht bei 4° erfolgen.
Durchführung Konjunktivalabstrich
Nach Abziehen des Unterlides Abstreichen der Konjunktiva im unteren Fornix über die gesamte Länge
Den Abstrichtupfer bis zur völligen Durchtränkung an der Konjunktiva belassen
Bei einseitiger Konjunktivitis zusätzlich Entnahme eines vergleichenden Abstriches des gesunden Auges mit neuem Abstrichtupfer
Abstriche der Augenumgebung:
Für Lidabstriche betroffene Lidkante abstreichen, zusätzlich Probenentnahme vom unbeteiligten Auge mit neuem Abstrichtupfer
Abstriche von Tränendrüsensekret ggf. mittels Kürettage

Für einen detaillierten Einblick in die Präanalytik, hat unser Labor ein Präanalytik-Handbuch konzipiert. Zudem können Sie uns bei Fragen zu Materialgewinnung, Probenlagerung, Probentransport und -abnahme sowie dem korrekten Ausfüllen eines Auftrages jederzeit kontaktieren.

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FAQ: Präanalytik

Die Präanalytik umfasst alle Prozesse vor der eigentlichen Labordiagnostik. Zur Präanalytik für das Labor gehören beispielsweise die Probenentnahme, die Wahl der zu untersuchenden Parameter, die Präparation des Patienten sowie organisatorische Schritte wie das korrekte Ausfüllen des Untersuchungsauftrages.

Informieren Sie sich in unserem Handbuch detailliert über die Präanalytik der Labordiagnostik.

Die Präanalytik für das im Labor untersuchte Material umfasst im engeren Sinne die folgenden Aspekte:

  • Korrekte Auswahl des Materials
  • Korrekte Entnahme des Materials
  • Richtige Lagerung des Materials bis zum Transport

Im weiteren Sinne gehören unter anderem auch die folgenden Prozesse zur Präanalytik:

  • Formulierung der Fragestellung
  • Auswahl der Untersuchungsparameter
  • Eindeutige Identifikation des Patienten
  • Vorbereitung des Patienten
  • Mitteilung von Medikationen oder Störfaktoren

Die Vorgänge der Präanalytik stellen jeweils potenzielle Fehlerquellen dar. So ist beispielsweise falsches Material, eine falsche Entnahme oder falsche Lagerung (z. B. Hämolyse, Gerinnsel, Unterfüllung, Lagerung im Kühlschrank, Halbwertzeit, Identifikation fehlerhaft) die häufigsten Fehler in der Präanalytik mit Auswirkungen auf die Labordiagnostik. Die zielführende Durchführung der an die Präanalytik anschließenden Prozesse der Labordiagnostik sind maßgeblich abhängig von einer qualifizierten präanalytischen Handhabung des Probenmaterials.

An die Präanalytik schließen die Analytik und die Postanalytik an. Zu beachten ist, dass eine fehlerhafte Präanalytik zu einer fehlerhaften Postanalytik  führen kann – beispielsweise wenn in der Präanalytik falsches Probenmaterial ausgewählt oder eine falsche Lagerung des Probenmaterials nach der Entnahme vorgenommen wurde.

Die Präanalytik ist wichtig als wesentliche Voraussetzung für verlässliche und aussagekräftige Analyseergebnisse und deren Interpretation. Deshalb ist die Kenntnis präanalytischer Faktoren höchst relevant, da  sonst eine gravierende Beeinflussung der zu bestimmenden Untersuchungsparameter erfolgen kann, welche zu fehlerhaften Messergebnissen führt. Somit kann eine korrekte Präanalytik entscheidend für den Behandlungserfolg bzw. weitere Therapien des Patienten sein.

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