Gelsenkirchen/Iserlohn/Siegen – 18. Januar 2019

Was ist machbar, was ist sinnvoll?

Menschlicher Knochen besteht im Wesentlichen aus nanokristallinem Hydroxylapatit, dass in eine Kollagenmatrix eingebettet ist. Zum Erhalt einer regelrechten Knochenstruktur ist ein ausgewogenen Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau erforderlich. Der Knochenstoffwechsel unterliegt mannigfaltigen Einflussgrößen, wie nachfolgende Abbildungen erläutern:

Daher können einer sekundären Osteoporose vielfältige Ursachen zugrunde liegen.

Abb. 3

Sekundäre Osteoporose
• Mangel an Calcium und/oder Vitamin D
• Glukokorticoide/sonstige Medikamente/Noxen
• Nierenfunktion – renal tubuläre Azidosen
• Schilddrüse
• Hyperparathyreoidismus
• Tumoren/Myelome/chronische Inflammation
• Hypogonadismus
• Resorptionsstörungen
• Lebererkrankungen
• Vitaminmangel
• Plasmozytom
• Morbus Paget/fibröse Dysplasie

Die Leitlinien des Dachverband für Osteologie (DVO) sehen folgende Parameter zur Abklärung einer sekundären Osteoporose vor:

Abb. 4

Labor nach DVO-Leitlinie

  • Calcium
  • Phosphat
  • Alkalische Phosphatase
  • Blutbild
  • BSG/CRP
  • Eiweißelektrophorese
  • y-GT
  • TSH
  • Testosteron bei Männern (fakultativ)
  • Vitamin D als Einzelfallentscheidung

Wie aus den Abbildungen 3 und 4 zu entnehmen ist, werden durch diese Parameter die wesentlichen Ursachen einer sekundären Osteoporose erfasst. Allerdings fehlt die Abklärung einiger Ursachen wie:

  • Sexualsteroide bei Frauen z.B. Klimakterium praecox
  • Resorptionsstörungen – Zöliakie
  • Ernährung
  • Glukokorticoide
  • Wachstumshormon

Daher ist eine erweiterte Abklärung bei entsprechenden klinischen Verdachtsmomenten erforderlich.

Abb. 5

Parameter zur Therapieüberwachung

Der Labordiagnostik stehen einige Parameter zur Therapieüberwachung einer Osteoporosebehandlung zur Verfügung. Indikationen diese Biomarker einzusetzen bestehen in der Therapieüberwachung zur kurzfristigen Abklärung der Wirksamkeit und bei Knochenmetastasen.

Als Parameter zur Überwachung der Knochenbildung stehen Ostase und Kollagenpropeptide zur Verfügung. Die Ostase ist sehr sensitiv für osteoblastäre Aktivität, so dass sie besonders bei postmenopausalen Frauen, bei M. Paget und bei NaF-Therapie eingesetz werden kann. Weniger aussagekräftig ist die Ostase bei Knochenmetastasen und beim Myelom.

Die Kollagenpropeptide eignen sich zur Überwachung analoger Therapien. Osteocalcin hat sich aufgrund der problematischen Präanalytik als Knochenumsatzmarker nicht bewährt.

Die Knochenabbaumarker Crosslinks (NTX, CTX, ICTP) dienen der Früherkennung einer erhöhten Knochenresorption und sind daher insbesondere bei der Fragestellung Knochenmetastasen hilfreich. Auch zur Überwachung einer antiresorptiven Therapie sind diese Marker einsetzbar.