Gliadine sind Proteine aus Weizenmehl mit einem hohen Anteil an Glutamin und
Prolin und wenig Gehalt an Aminosäuren. Bei Zöliakie-Patienten besitzt diese Substanzgruppe eine hohe Toxizität mit Gliadin induzierten Veränderungen in der Darmschleimhaut (Villusatrophie, Kryptenhyperplasie, Malabsorptionserscheinungen). Zytotoxische Wirkungen sind auf die Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine aus T-Zellen und spezifischer Immunglobuline zurückzuführen, darunter auch Gliadin-spezifisches sekretorisches IgA. Da Gliadin-sIgA-Antikörper im Stuhl früher nachweisbar
sind als im Serum, ergibt sich aus der Stuhluntersuchung diesbezüglich ein diagnostischer Vorteil: Immunreaktionen (im Rahmen einer glutensensitiven Enteropathie) können früher erkannt werden.

Untersuchungsdetails
Probenmaterial Stuhl
Menge 1 g
Methode EIA
Indikation
V. a. glutensensitive Enteropathie (Zöliakie/Sprue)
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte
< 100 mU/g Stuhl
Fremdleistung Ja
Akkreditierung Ja
Letzte Aktualisierung: 08.11.2019

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