Der Name Zöliakie ist abgeleitet von “koilia”, die bauchige Krankheit (Aretaeus von Kappadozien, 2. Jh. v. Chr.). Die Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Gastrointestinaltrakts, die durch ein Nahrungsprodukt, das Gliadin, ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um die alkohollösliche Fraktion des Weizenklebers Gluten. Das toxische Gliadin ist allerdings nicht nur im Weizen, sondern auch in Roggen, Gerste und Hafer enthalten.
Die Gewebstransglutaminase (tTG) scheint das Autoantigen für die EMA-IgA-Antikörper zu sein. Dabei handelt es sich um ein ubiqitär vorkommendes Enzym mit entscheidender Bedeutung für Zellproliferation, -differenzierung und -tod. Gliadin ist offensichtlich ein bevorzugtes Substrat für die tTG. Die Entdeckung der tTG ermöglicht eine neue Hypothese für die Zöliakie: Gliadin demaskiert verborgene tTG-Epitope und es kommt zur Bildung von EMA-IgA-Antikörpern.

Untersuchungsdetails
Probenmaterial Serum
Menge 1 ml
Methode EIA
Indikation
Zoeliakie (Sprue, glutensensitive Enteropathie)
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte
< 7 u_ml IgA
< 7 u_ml IgG
Fremdleistung Nein
Akkreditierung Ja
Letzte Aktualisierung: 08.11.2019

+ Allgemeine Präanalytik und Probenkennzeichnung

+ Hinweise zur Präanalytik

Der Nachweis oder Ausschluss einer glutensensitiven Enteropathie erfordert sowohl eine Antikörperdiagnostik als auch eine Biopsie aus dem Dünndarm. Fällt die Biopsie pathologisch aus, ist eine Zöliakie gesichert. Bei einem negativen Biopsiebefund kann von einer potentiellen Zöliakie gesprochen werden.

+ Probenversand