Der Name Zöliakie ist abgeleitet von “koilia”, die bauchige Krankheit (Aretaeus von Kappadozien, 2. Jh. v. Chr.). Die Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Gastrointestinaltrakts, die durch ein Nahrungsprodukt, das Gliadin, ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um die alkohollösliche Fraktion des Weizenklebers Gluten. Das toxische Gliadin ist allerdings nicht nur im Weizen, sondern auch in Roggen, Gerste und Hafer enthalten.
Die Gewebstransglutaminase (tTG) scheint das Autoantigen für die EMA-IgA-Antikörper zu sein. Dabei handelt es sich um ein ubiqitär vorkommendes Enzym mit entscheidender Bedeutung für Zellproliferation, -differenzierung und -tod. Gliadin ist offensichtlich ein bevorzugtes Substrat für die tTG. Die Entdeckung der tTG ermöglicht eine neue Hypothese für die Zöliakie: Gliadin demaskiert verborgene tTG-Epitope und es kommt zur Bildung von EMA-IgA-Antikörpern.

Untersuchungsdetails
Probenmaterial Serum
Menge 1 ml
Methode EIA
Indikation
Zoeliakie (Sprue, glutensensitive Enteropathie)
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte
< 7 U/ml IgA
< 7 U/ml IgG
Fremdleistung Nein
Akkreditierung Ja
Letzte Aktualisierung: 16.01.2020

+ Allgemeine Präanalytik und Probenkennzeichnung

Serum

Serum erhält man, wenn die korpuskulären Teile des Vollblutes (Zellen, Fibrin) nach der Gerinnung durch Zentrifugation von den in der Blutflüssigkeit gelösten Bestandteilen abgetrennt werden. Aus diesem Serum können die meisten klinisch-chemischen und serologischen Untersuchungen problemlos durchgeführt werden.

Blut wie unter Vollblut beschrieben entnehmen und nach 30 – 60 Min. bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugieren; den Überstand (Serum) in ein steriles Röhrchen für Blut/Serum überführen und versenden bzw. bei 4 – 8 °C lagern.

+ Hinweise zur Präanalytik

Der Nachweis oder Ausschluss einer glutensensitiven Enteropathie erfordert sowohl eine Antikörperdiagnostik als auch eine Biopsie aus dem Dünndarm. Fällt die Biopsie pathologisch aus, ist eine Zöliakie gesichert. Bei einem negativen Biopsiebefund kann von einer potentiellen Zöliakie gesprochen werden.

+ Probenversand

Versand und Transport von Untersuchungsmaterial

Transport
Transport

Die Untersuchungsproben müssen je nach Probenart und Untersuchungsauftrag sachgerecht bis zur Abholung durch die Kuriere oder bis zum
Probenversand aufbewahrt werden (s. entsprechende Hinweise). Da der Zeitraum zwischen Probenentnahme und dem Beginn der Analyse
möglichst klein zu halten ist, werden die Abholzeiten nach den Bedürfnissen unserer Einsender zum Teil auch mehrmals täglich festgelegt.
Die Proben werden in den Kurierfahrzeugen in speziellen Transportkoffern befördert, so dass sowohl die Anforderungen der
Verpackungsvorschrift P 650 für diagnostische Proben als auch die präanalytischen Anforderungen der DIN ISO 15189 zum Probentransport
erfüllt werden (Einhaltung einer stabilen geeigneten Probentemperatur).

Für den Postversand von Untersuchungsproben stehen voradressierte Versandpäckchen inkl. Versandmaterial zur Verfügung.
Diese ermöglichen einen einfachen und schnellen Postversand

Unser Logistik-Service bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten des Probentransports. So steht Ihnen unser Kurierdienst oder die Möglichkeit
des Postversandes zur Verfügung. Die kurzen Transportwege zu unseren regionalen Einsendern ermöglichen uns eine schnelle und sichere Befundung,
da unnötiger Zeitverlust infolge der Transportzeiten vermieden und dadurch bedingte Störfaktoren reduziert werden. Da wir zum größten Teil
unseren eigenen Kurierdienst einsetzen, haben wir die Möglichkeit, flexibel und schnell Notfallproben außerplanmäßig bei Ihnen abzuholen.
Bei der zeitlichen Festlegung der Probenabholung berücksichtigen wir weitgehend Ihre Wünsche. Neben dem reinen Probentransport beinhaltet
unser Logistikservice auch die Bereitstellung geeigneter Entnahmesysteme (Sarstedt-Sicherheitssystem) und Versandmaterialien.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Blutentnahmen in unserem Hause, insbesondere bei eiligen Untersuchungen und
bei Untersuchungen, bei denen das Probenmaterial unmittelbar nach der Entnahme zu analysieren ist.