Die ambulant erworbene Pneumonie (Community Acquired Pneumonia-CAP) wird in der natürlichen Umgebung des Patienten erworben. In Deutschland erkranken jährlich ca. 800.000 Menschen an CAP. Die häufigsten Erreger der CAP sind Streptococcus pneumoniae, gefolgt von Haemophilus influenzae und Moraxella catarrhalis. Zu den atypischen Erregern gehören Mycoplasma pneumoniae, Clamydophila pneumoniae und Legionella pneumophila. Staphylokokken und gramnegative Bakterien spielen eine untergeordnete Rolle.

Nachgewiesen werden Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenza, Haemophilus influenzae Typ B, Moraxella catarrhalis, Legionella pneumophila, Chlamydia pneumoniae, Bordetella pertussis, Bordetella parapertussis, Mycoplasma pneumoniae.

Untersuchungsdetails
Probenmaterial Bronchiallavage Bronchialsekret Trockenabstrich Trachealsekret
Methode Hybridisierung PCR Hybridisierung PCR Hybridisierung PCR Hybridisierung PCR
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte

Alle Standorte

Alle Standorte

Alle Standorte

Fremdleistung Nein Nein Nein Nein
Akkreditierung Ja Ja Ja Ja
Letzte Aktualisierung: 19.11.2019

+ Allgemeine Präanalytik und Probenkennzeichnung

Broncho-Alveoläre Lavage

Zur Reduktion der Kontamination mit Flora des Mund-Nasen-Rachenraum sollten vor der Bronchoskopie Sekretansammlungen im Mund-Nasen-Rachenraum und inder Trachea separat abgesaugt und verworfen werden.

Zur broncho-alveolären Lavage wird das Bronchoskop in periphere Abschnitte des Bronchialbaumes eingeführt. Bis zu 160 ml isotoner Kochsalzlösung werden fraktioniert appliziert und aspiriert. Es sollten mindestens 50 ml Flüssigkeit wiedergewonnen werden, wobei das erste Aspirat verworfen wird.

Zur Erhöhung der Sensitivität und Spezifität sollten die Proben insbesondere aus der Nähe der vermuteten Infektherde gewonnen werden. Die Lokalisation der Probenabnahme muss auf dem Anforderungsschein vermerkt werden.

Die Verwendung von anästhesierenden Gelen kann antimikrobiell wirken und das Ergebnis beeinflussen.

Bronchialsekret

Abstriche

Rachenabstrich
ACHTUNG: entzündliche Epiglottitis: keine Manipulationen im Rachenraum! Probenentnahme erst nach Sicherung der Atemwege!). Mundspülung mehrfach mit Wasser.
Zunge durch einen Spatel runterdrücken oder mit einer Kompresse greifen und nach vorne ziehen.
Tupfer mit etwas Druck von oben nach unten über die Tonsillen, bzw. horizontal über Rachenwand streichen, ohne Lippen, Mundschleimhaut oder die Uvula zu berühren.
Bei Verdacht auf Diphtherie die Pseudomembranen leicht anheben und das Sekret von der Unterseite der Membran und vom Grund der Läsion mit einem Tupfer abstreichen. Auch abgezupfte Pseudomembran kann eingeschickt werden. Eine mögliche Atemwegsverlegung sollte bedacht werden. Nasopharyngeal-, und Rachenabstriche sind ebenfalls geeignet. Parallel dazu sollten Blutkulturen abgenommen werden.

Nasopharyngealabstrich
Tupfer vorsichtig in den unteren Nasengang, unterhalb der unteren Nasenmuschel, bis zum Nasopharynx einführen (Cave: Verletzungen und Nasenbluten).

Nasenabstrich
Ein mit steriler physiol. NaCl-Lösung befeuchteter Tupfer wird etwa 2 cm in die Nasenlöcher eingeführt, an der Mukosa gedreht und ins Transportmedium überführt.

Nasennebenhöhlenabstrich
Punktion des infizierten Sinus durch einen HNO-Arzt, nach transnasaler Desinfektion der Nasenschleimhaut. Eine Kontamination mit nasopharyngealer Flora muss vermieden werden.
Aspiration des betroffenen Sinus mit einer sterilen Spritze. Einsenden des Sekretes in einem sterilen Transportbehältnis (alternativ: sterile, verschlossene Punktionsspritze).

Gehörgangsabstrich
Ohrmuschel desinfizieren, ggfs. Krusten entfernen. Den Gehörgang vorsichtig rotierend mit einem Tupfer abstreichen. Tiefere Prozesse im Gehörgang sollten unter Sicht (mit Spekulum und Ohrtrichter) abgestrichen werden.

Harnröhrenabstrich
Gewinnung von purulentem Sekret durch vorsichtiges Abstreichen des Harnröhreneingangs. Dabei sollte ein Mindestabstand von 2h zur letzten Miktion berücksichtigt werden.
Der Harnröhren-Abstrich ist ungeeignet zum Nachweis eines Harnwegsinfektes.
Bei Verdacht auf Gonorrhoe umgehender Transport bei Raumtemperatur (bitte vorher telefonische Ankündigung in der Mikrobiologie unter (02 09) 15 86-133).
Zur Diagnostik einer Gonokokken- und/oder einer Chlamydia trachomatis-Infektion kann ein separater Abstrich zur PCR Untersuchung eingesandt werden (Abstrichtupfer ohne Medium).

Trachealsekret

Sekretaspiration mittels eines sterilen Katheters mit Auffangen in einem dicht schließenden, sterilen Transportgefäßes.
Die Sekretgewinnung sollte aus möglichst tiefen Abschnitten des Brochialbaums erfolgen und wenn möglich nach einem Wechsel des Trachealtubus.
Eine Kontamination mit Flora aus den Oropharynx sollte vermieden werden.

+ Probenversand

Versand und Transport von Untersuchungsmaterial

Transport
Transport

Die Untersuchungsproben müssen je nach Probenart und Untersuchungsauftrag sachgerecht bis zur Abholung durch die Kuriere oder bis zum
Probenversand aufbewahrt werden (s. entsprechende Hinweise). Da der Zeitraum zwischen Probenentnahme und dem Beginn der Analyse
möglichst klein zu halten ist, werden die Abholzeiten nach den Bedürfnissen unserer Einsender zum Teil auch mehrmals täglich festgelegt.
Die Proben werden in den Kurierfahrzeugen in speziellen Transportkoffern befördert, so dass sowohl die Anforderungen der
Verpackungsvorschrift P 650 für diagnostische Proben als auch die präanalytischen Anforderungen der DIN ISO 15189 zum Probentransport
erfüllt werden (Einhaltung einer stabilen geeigneten Probentemperatur).

Für den Postversand von Untersuchungsproben stehen voradressierte Versandpäckchen inkl. Versandmaterial zur Verfügung.
Diese ermöglichen einen einfachen und schnellen Postversand

Unser Logistik-Service bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten des Probentransports. So steht Ihnen unser Kurierdienst oder die Möglichkeit
des Postversandes zur Verfügung. Die kurzen Transportwege zu unseren regionalen Einsendern ermöglichen uns eine schnelle und sichere Befundung,
da unnötiger Zeitverlust infolge der Transportzeiten vermieden und dadurch bedingte Störfaktoren reduziert werden. Da wir zum größten Teil
unseren eigenen Kurierdienst einsetzen, haben wir die Möglichkeit, flexibel und schnell Notfallproben außerplanmäßig bei Ihnen abzuholen.
Bei der zeitlichen Festlegung der Probenabholung berücksichtigen wir weitgehend Ihre Wünsche. Neben dem reinen Probentransport beinhaltet
unser Logistikservice auch die Bereitstellung geeigneter Entnahmesysteme (Sarstedt-Sicherheitssystem) und Versandmaterialien.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Blutentnahmen in unserem Hause, insbesondere bei eiligen Untersuchungen und
bei Untersuchungen, bei denen das Probenmaterial unmittelbar nach der Entnahme zu analysieren ist.