Untersucht wird das Dystrophin-Gen, das größte humane Gen. Es ist lokalisiert auf Chromosom Xp21.2 und hat eine Größe von mehr als zwei Millionen Basenpaare (2.221.182 bp) mit 85 Exonen. Das Dystrophin-Gen zeigt einen komplexen Aufbau mit mindestens acht gewebespezifischen Promotoren. Durch differentielles Spleißen entstehen mindestens vier ebenfalls gewebespezifische Isoformen. Die größte Isoform ist Dystrophin-4 (Mr 426.7 kDa).
Dystrophine gehören zu der Familie der stäbchenförmigen Proteine wie auch die Actin-bindenden Zytoskelett-Komponenten Spektrin und α-Actinin. Es ist mit der inneren Oberfläche der Muskelplasmamembran assoziiert, wo es wahrscheinlich spezielle Membranglykoproteine verankert. Es ist ein Teil des Dystrophin-Glykoproteinkomplexes, der das innere Zytoskelett (F-Actin) mit der extrazellulären Matrix verbindet.

Bisher sind 411 Mutationen beschrieben worden, von denen 347 Mutationen den Duchenne Typ, 48 Mutationen den Becker Typ und 16 einen intermediären bzw. atypischen Typ der Muskeldystrophie verursachen. DMD- und BMD-Patienten enthalten meist Dystrophin-Gene mit partiellen Deletionen. DMD-Patienten besitzen kein nachweisbares Dystrophin im Muskel. Bei BMD-Patienten ist die Größe des Dystrophin-Moleküls verändert, die Funktion teilweise gestört.
OMIM 300377

Untersuchungsdetails
Probenmaterial EDTA-Blut
Menge 2 ml
Methode PCR
Indikation
Erhöhte CK,V. a. Dystrophinopathie
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte

Fremdleistung Ja
Akkreditierung Ja
Letzte Aktualisierung: 08.11.2019

+ Allgemeine Präanalytik und Probenkennzeichnung

+ Hinweise zur Präanalytik

Bitte schicken Sie für die Molekulargenetische Untersuchung ein separates EDTA-Röhrchen ein.
Nach Gendiagnostikgesetz ist die Einwilligung des Patienten zu dieser Untersuchung erforderlich.

+ Probenversand