Es handelt sich meist um eine akute und stets reversible Hämolyse, die im Anschluss an eine Infektion auftritt und durch die Bildung polyklonaler, kältewirksamer und komplementaktivierender Autoantikörper gegen Erythrozyten verursacht wird. Die Hämolyse wird durch IgM-Autoantikörper verursacht, die meistens gegen den Erythrozytenantigen-Komplex I/i/Pr/Gd gerichtet sind und in der Kälte zur Erythrozytenagglutination sowie bei Temperaturen über 10°C zur Komplementaktivierung und intravasaler Hämolyse führen. Die Hämolyserate ist abhängig von der Temperaturamplitude und Konzentration der Antikörper sowie von der betroffenen Gesamterythrozytenmasse, die bei der Reaktion involviert ist.
Die Erkrankung tritt gelegentlich im Anschluss an eine atypische Pneumonie oder Mononukleose und seltener nach anderen viralen Infektionen auf. Der Mechanismus der Kälteautoantikörperbildung ist nicht bekannt.

Untersuchungsdetails
Probenmaterial Nativblut (37°C)
Menge 10 ml
Methode Agglutination
Indikation
Anämiezeichen (klinisch und laborchemisch),Hämoglobinurie,Ikterus
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte
< 1:32
Fremdleistung Nein
Akkreditierung Ja
Letzte Aktualisierung: 08.11.2019

+ Allgemeine Präanalytik und Probenkennzeichnung

+ Hinweise zur Präanalytik

Ca. 10 ml Nativblut mit vorgewärmter Spitze, Kanüle, Röhrchen entnehmen und bei 37°C im Brutschrank gerinnen lassen. Danach in ebenfalls vorgewärmten Zentrifugenbechern zentrifugieren. Serum und Blutkuchen trennen. Blutkuchen und Serum einsenden. Nach der Trennung ist eine Temperaturkonstanz nicht mehr erforderlich. Falls Zentrifugieren in der Wärme nicht möglich ist, Blut warm versenden (Boten!) oder alternativ: Blutabnahme im Labor.

+ Probenversand