PAI-1 ist ein Glykoprotein (MW 48 kD) und gehört zur Familie der Serinprotease-Inhibitoren. Seine physiologische Funktion besteht hauptsächlich in der Inhibition der Plasminogen Aktivatoren (t-PA und u-PA), und nimmt damit eine zentrale Funktion in der Regulation der Formation stabiler Thromben ein. PAI-1 wird im Plasma durch Bindung an Vitronectin in seiner aktiven Konformation stabilisiert. Darüber hinaus spielt die Expression von PAI-1 eine wichtige Rolle in der Regulation der Zellmigration, Tumormetastasierung und Angiogenese. Der Polymorphismus 4G/5G, 675 Basenpaare von der Transkriptionsstartstelle im Promoterbereich des PAI-1 Gens, ist mit einer differentiellen Proteinexpression verbunden. Homozygote Träger des 4G Allels haben circa 25% höhere PAI-1 Plasmakonzentrationen als homozygote Träger des 5G Allels. Die Expression von PAI-1 wird zusätzlich durch Glukose, Insulin und VLDL reguliert, PAI-1 ist ursächlich an der Atherogenese bei Typ2 Diabetikern beteiligt. Erhöhte PAI-1 Konzentrationen stellen einen unabhängigen Risikofaktor für Thromboembolien dar. Bei bestehender KHK ist das Risiko für einen Akuten Myokardinfarkt bei 4G-Allelträgern erhöht.
4G-Allelträgerinnen haben, gerade in Zusammenhang mit F XIII Mutationen, ein erhöhtes Risiko für habituelle Frühaborte.

Untersuchungsdetails
Probenmaterial EDTA-Blut
Menge 3 ml
Methode Hybridisierung PCR
Indikation
Erhöhtes Thromboserisiko (Bekannte Defektzustände des Gerinnungssystems, Z. n. Thrombose, Einnahme oraler Kontrazeptiva in Verbindung mit Zigarettenrauchen, Risikoschwangerschaften etc.), bei familiärer Häufung auch deren Verwandte,Risikoeinschätzung für Thrombosen und Koronare Herzkrankheit,V. a. Thrombophilie
Referenzbereich / Entscheidungsgrenze Alle Standorte

Fremdleistung Ja
Akkreditierung Ja
Letzte Aktualisierung: 11.11.2019

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